Landhotel Mönchbruch Mühle
Jagdschloss Mönchbruch

Die zum Jagdschloss gehörenden Pavillons werden, entsprechend ihrer barocken Konzeption, zur Nutzung als Gästehäuser saniert werden und sich dem bestehenden Hotelbetrieb der Mönchbruchmühle angliedern. Der mittlere Pavillon soll eine zusätzliche Nutzung für standesamtliche und kirchliche Trauungen. Alle Maßnahmen folgen den anerkannten Grundsätzen der Denkmalpflege in enger Absprache mit der Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege.

Jagdschloss Mönchbruch
Jägerbau

JagdschlossKonzept Jägerbau:

Im Jägerbau (der westliche Pavillon) wurden fünf Gästeappartements untergebracht: Zwei im Erdgeschoss und Drei im Obergeschoss. Für die Anordnung der Nutzungseinheiten war die ursprünglich barocke Grundrissstruktur maßgebend. In beiden Geschossen soll die ehemalige Wegeführung wieder erkennbar gemacht werden. Dies geschieht in Form von Rekonstruktionen nicht mehr vorhandener Wände (Kaminzimmer am Eingangsbereich), dem Verlaufsmuster im Fußboden, sowie der Andeutung alter Wandöffnungen in Form von Blindtüren. Historische
Bauelemte (auch aus dem 19. Jahrhundert) werden respektiert und bleiben unverändert. Gleiches gilt für die überlieferte Fassadengliederung mit symmetrischen Fenstern und Gauben.


JagdschlossSanierungsvorbereitungen:

Beginn der Sanierungsmaßnahme war Sommer 2006. Begonnen wurde mit der Entnahme sämtlicher unhistorischen und für das Gebäude schädlichen Materialien, wie Innendämmungen aus Styropor und Mineralwolle, Verkleidungen aus Spanplatten und schadhaften Estrichen. Diese Arbeiten bedurften eines sorgfältigen Vorgehens, um möglichst wenig der originalen Bausubstanz zu zerstören. In manchen Bereichen bestanden 20 cm starke Aufbauschichten, die das Ergebnis von 3- 4 Bauphasen des Endes des 20. -Jahrhunderts waren. Für den Abtransport der entnommenen Baumaterialien wurden 17 Container mit einem Gesamtvolumen von ca. 120 t benötigt. Diese Arbeiten bedurften mehrere Wochen und brachten einige bisher versteckte Gebäudeschäden zutage. Schwerwiegendster Schaden stellte der Bruch einer Holzbalkendecke dar. Die dadurch hervorgerufene Vertiefung im Boden des Obergeschosses wurde von den Vorbesitzern stets mit Gussasphalt ausgeglichen - die Ursache aber nicht behoben. Teile der Fachwerkwände waren durch angrenzende Feuchträume und die Verwendung falscher Baumaterialien in Mitleidenschaft gezogen. Diese Bereiche wurden zimmermannsmäßig durchrepariert, wobei möglichst viel der originalen Substanz erhalten blieb (Beispiel Süd- Ostecke und Decke).

JagdschlossSanierung Fassaden und Dach:

Im vergangenen Jahr 2008 liefen die Arbeiten an Dach und Fassaden des Jägerbaus. Alle Fenster am Jägerbau wurden erneuert. Sie wurden nach einem letzten, im Bestand vorhandenen, Fenster aus dem Ende des 19. Jahrhunderts in Eiche nachgebaut. Nachdem das Fachwerk der Fassaden durchrepariert war, wurden die restlichen, denkmalschädlichen
Zementputze entfernt und die gesamte Fläche mit einem Fassadenputz auf Reinkalkbasis überzogen. Dabei wurde bewusst auf die aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammende Gestaltung mit abgesetztem Sockel und Ecklisenen verzichtet. Die Farbgestaltung lehnt sich an das, in Gemälden überlieferte, Farbkonzept des 18. Jahrhunderts. Die genaue Festlegung erfolgte mittels Farbmustern am Objekt und dem ständigen Austausch bei mehreren Ortsterminen mit Denkmalschutz und Denkmalpflege. Das Dach des Jägerbaus besitzt auch nach der Sanierung noch große Teile der alten Deckung aus Handstrichbibern.

Die Gauben wurden rundum durchrepariert. Dadurch konnte das Holzwerk in weiten Teilen erhalten bleiben. Die Schieferdeckung aller Gauben wurden fachgerecht erneuert, da das Altmaterial nicht mehr die nötige Festigkeit besaß.

Landhotel Mönchbruch Mühle

JagdschlossSanierung und Ausstattung der Innenräume:

Die bis auf die historischen Oberflächen ausgeräumte Bausituation ermöglichte eine eingehende bauhistorische Untersuchung durch das Büro Dr. Hans- Hermann Reck, Wiesbaden. Begleitend wurde von dem Architekturbüro Kaffenberger ein verformungsgerechtes Aufmaß erstellt. Erstmals konnten alle relevanten Konstruktionselemente des Originalbaus untersucht und dokumentiert werden. Dabei konnte die ehemalige Raumaufteilung des Jägerbaus gut nachvollzogen werden.

Die aus der Barockzeit stammende originale Gefachausmauerung besteht, anders als üblich, aus Bruchsteinen. Der, gegenüber einer sonst verwendeten Lehmausfachung, schlechtere Dämmwert erfordert eine zusätzliche Wärmedämmung. Diese wurde in Form von Korkdämmplatten und Lehmdämmung ausgeführt. Damit bleibt der bauphysikalische Feuchtehaushalt der Wände gewährleistet. Aus gestalterischen Gründen wurde in den Räumen auf Wandheizkörper verzichtet. Stattdessen wurden in extra in den Dämmwänden ausgesparten Kanälen sogenannte Sockelleistenheizungen eingebaut. In Verbindung mit dem darauf aufgebrachten Reinkalkputz ergibt sich ein besonders gutes Raumklima, das sich schon kurz nach der Aufheizphase im Gebäude einstellte.

Die Türen wurden, entsprechend einer im Museum Jagdschloß Kranichstein erhaltenen originalen Tür aus Mönchbruch, detailgenau nachgebaut. Der Fußboden wurde mit Massivholzparkett aus Spessarteiche im Fischgrätverband verlegt. Belege für die ursprüngliche Gestaltung des Bodens gab es keine. Der umlaufende Fries aus Nussbaumholz zeichnet die Raumkonturen bzw. den ehemaligen Verlauf des barocken Flures nach.

Die Farbgestaltung folgte dem Gedanken jedem Appartement ein eigenes Farbthema zuzuweisen. Dabei wurden Farbbefunde aus dem 19. Jahrhundert in das Konzept miteinbezogen. Nun gibt es das rote, das blaue, grüne, gelbe und braune Appartement. Ähnlich wie an den Belegen aus dem 19. Jahrhundert zu beobachten war wurden auch jetzt eine farbliche Differenzierung zwischen Wand (farbig) und Decke (weiß) vorgenommen. Die Möblierung der Gästezimmer folgt dem Gedanke alte und neue Stilelemente in spannungsreichem Zusammenspiel zu kombinieren. Dabei wurde auf eine komfortable Ausstattung der einzelnen Zimmer besonderen Wert gelegt. Die Möbel sind dabei keine Standartware, sondern wurden passend in Gestalt und Farbe auf die jeweilige Raumsituation hin angefertigt. Dabei wurde darauf geachtet, dass die verwendeten Stilmöbel der ersten großen Umbauphase (1830= Biedermeier) entsprechen.


JagdschlossWeitere Schritte:

Durch die gelungene Sanierung des Jägerbaus ist weitere Weg klar vorgezeichnet. Alle durchgeführten Entscheidungen in Bezug auf Sanierungstechnologie, Materialien und Farbgebung sollen beibehalten werden. In den nächsten Schritten sollen der mittlere Pavillon mit der geplanten Nutzung für Gästewohnungen im Obergeschoss und mit Trauzimmer im Erdgeschoss in Angriff genommen werden.

Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die Umnutzung des an der Straße gelegenen Ökonomietraktes für Hochzeitsfeiern und Konferenzen mit Hotelzimmern. Der Entwurf dafür wurde bereits im Sommer 2008 von den beteiligten Vertretern für Denkmalschutz und Denkmalpflege für gut beschieden. Der endgültige Bauantrag muss noch ausgearbeitet werden. Es ist ein besonderes Anliegen von Eigentümern und Architekt den Fortschritt der weiterhin laufenden Sanierungsarbeiten und Planungen stets der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das durch diesen Gedanken ins Leben gerufene „Schlossgartenfest“ soll daher auch in diesem Sommer stattfinden.

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